Prüftermine im Planungsprozess

Prüftermine im Planungsprozess
"Quality Gates vergessen nicht."

Fehler, die im Projektverlauf übersehen oder erkannt, aber nicht gelöst werden, summieren sich. Im Ergebnis können Termine, Kosten und Qualität nicht eingehalten werden. Wie können Schwachstellen mit Hilfe von Quality Gates aufgedeckt werden, bevor sie später zu Fehlern oder weitreichenden Störungen im Projekt führen?

Im Gespräch mit Hans-Jörg Niemeck, Geschäftsführender Direktor, INROS LACKNER SE

Herr Niemeck, Quality Gates strukturieren und überprüfen komplexe Arbeits- und Leistungsprozesse. Wie wird dabei vorgegangen?
Zum einen werden bereits zu Beginn eines Projektes Checklisten mit Pflicht-und Kontrollpunktkriterien definiert, die festlegen, welche (Teil-)Leistungen zu Beginn, während des Projektes und am Ende erfüllt sein müssen. Zum anderen wird die Erfüllung dieser Kriterien – fortlaufend in zuvor festgelegten Quality Gates-Sitzungen – überprüft. Diese Sitzungen sind vergleichbar mit „TÜV-Terminen“: Die Projektbeteiligten fahren vom „Hof“ ohne oder mit Auflagen. Im schlechtesten Fall wird das Projekt stillgelegt und erst wieder freigegeben, wenn mindestens alle Pflichtpunktkriterien erfüllt sind. Getreu dem Motto: „Bei grün gehen und bei rot stehen.“

 

Sie haben die Einführung von Quality Gates bei der Inros Lackner SE gefördert. Worauf galt es dabei zu achten?
Zunächst war es wichtig, sich mit Vorurteilen auseinander zu setzen – für mehr Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Das betrifft zum Beispiel die Skepsis vor neuen Dingen – in diesem Fall war die Skepsis unnötig, denn Quality Gates haben das Qualitätsmanagementsystem nicht ersetzt, sondern ergänzen es nur. Sie sind Prüftermine für Partner, Auftraggeber und Mitarbeiter von ohnehin zu erbringenden Leistungen. Alle Beteiligten können eigentlich nur profitieren – das galt es zu vermitteln. Weiterhin mussten die Checklisten an unsere Projektstrukturen und an die verschiedenen Fachbereiche angepasst werden.  

Was zeichnet das Quality Gate als neuen Prüfstein zur Qualitätssicherung aus?
Quality Gates fördern – als zusätzliche Prüftermine – die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten in der Planungsphase. Ferner sind im Rahmen der Quality Gates-Sitzungen auch die Führungsebenen eingebunden, dass bedeutet: Entscheidungen, die nicht mehr auf der Arbeitsebene getroffen werden können, werden an die nächst höhere Stelle zur Lösungsfindung eskaliert. Das führt zwangsläufig zu mehr Transparenz und Ehrlichkeit und damit auch zur partnerschaftlichen Projektarbeit.